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Viktor Kalisch | Hans Kammerer | Johann Klepper | Ernst Krebs | Robert Kronfeld | Ottomar Krupski

Viktor Kalisch

1895-1969





Im Sommer des Jahres 1919 hatte Viktor Kalisch - der gemeinsam mit dem Linzer Schneidermeister Karl Steinhuber bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin im Kajak-Zweier über 10.000 m die Silbermedaille erkämpfte - seinen ersten Kajak-Selbstbau fertig und unternahm mit dem sechs Meter langen, sehr schnellen und labilen Boot die ersten Ausfahrten auf der Donau.
'Meine Urahnen waren Schiffsleute und ich kam, vorbelastet durchs Zillenfahren als Kind, zum Wasser. Das Schiffsführerpatent für Passau-Ybbs und meine berufliche Arbeit als Strommeister im Bezirk Puchenau-Mauthausen sind Zeichen dieser Verbundenheit. Auf der Regattastrecke feierte ich meine größten Triumphe, aber auf dem Wildwasser war es genauso schön.'
Kalisch, auch Leichtathlet und Skifahrer, wurde sechsfacher tschechischer, dreifacher österreichischer Langstreckenmeister, je zweifacher deutscher und ungarischer Meister und er gewann unzählbarer Regatten im Einer und Zweier der Kajak- und Faldbootklassen. (Österreichischer Paddelsport, 1969)


Hans Kammerer

13.4.1891 - 9.3.1968





Burghausens berühmtester Volksmusiker und Paddler
Beitritt zum DKV am 3.8.1926
Ehrenbürger der Stadt Burghausen
Anfang der 1950er Jahre erhielt er das Verdienstkreuz der Bundesrepublik

'Geboren wurde Hans Kammerer in Altenerding als Sohn eines Messners. Nach seinem Schulbesuch in Freising wurde er Lehrer. Während des ersten Weltkrieges verunstalteten Granatsplitter sein Gesicht für immer. Als junger Lehrer kam Hans Kammerer schließlich im Jahre 1924 nach Burghausen. Durch Vorträge über seine Faltbootfahrten auf Donau, Rhône und Alz wurde der Naturfreund schnell bekannt.
Seine Kriegsverletzungen zwangen ihn 1937 den Schuldienst aufzugeben. Von da an widmete er sich vor allem dem Burghauser Stadtmuseum und übernahm 1942 dessen Leitung.....'(Pressemeldung vom 20. März 1998 zum 30. Todestag von Hans Kammerer, Verena Müller)





Unterlagen: Sepp Schächner


Johann Klepper

35.5.1868 - 31.9.1949

1907 verkaufte Heurich das 'Heurichboot Delphin' mit der Lizenz zur Alleinfabrikation dem Rosenheimer Schneidermeister und Sportgeschäftsinhaber Johann Klepper. Klepper fraß einen Narren an der Idee - einer Idee, dir nur Spott und Hohn in den Zeitungen erntete und im vorhinein so beschaffen war, daß sie auch den solidesten Geschäftsmann innerhalb kurzer Zeit hätte ruinieren können. Kleppers Glück und Weitblick war aber, daß er neben dieser kostspieligen Liebhaberei nicht die Herstellung anderer, viel einträglicherer Erzeugnisse außer acht ließ. Am 'Delphin' brachte er mit handwerklichem Weitblick so viele entscheidende Verbesserungen an, daß das Fahrzeug fünf Jahre später einigermaßen aus dem Versuchsstadium heraus war - und bald als weltberühmtes 'Klepperboot' seinen Weg in die Welt antreten konnte. (Quelle: Herbert Rittlinger, 1977)


Ernst Krebs

4.11. 1906 - Juli 1970



1936 erhielt Ernst Krebs die Möglichkeit bei den Olympischen Spielen in Berlin teilzunehmen und hat diese Chance genutzt.

Ernst Krebs ist ein Kämpfer, der es versteht sich durchzusetzen. Er kennt den Kampf gegen die Uhr sehr gut, ist er doch auch in diesem Jahr bester Mitteleuropäer in der Loipe auf schmalem Langlaufski. Ein sportliches Universalgenie.

Das Langstreckenrennen über die 10.000 m wurde dann zum Triumpf für ihn. Er gewinnt in überlegener Manier Olympiagold vor Österreich und den USA. Quelle: Chronik TGM

Foto: Archiv TGM
Ernst Krebs auf dem Weg zu olympischem Gold im Kajak Einer über 10.000m. Weitere Erfolge 1 EM, 2 DM.


Robert Kronfeld

5.5.1904 Wien - 12.2.1948 bei Lasham England



Robert Kronfeld war ein außerordentlich kühner Faltbootfahrer, z.B. befuhr er 1926 den Ebro in seiner ganzen Länge und er konnte einige Erstbefahrungen erfolgreich durchführen.

International bekannt geworden ist er jedoch als Flieger. Er gehörte der ersten Segelfliegerschule in Österreich an und erhielt wegen seiner Begabung 1927 ein Stipendium an der Segelfliegerschule Rossitten. Bereits 1929 stellte er mehrere Weltrekorde im Segelflug auf. 1931 überquerte er als erster Segelflieger den Ärmelkanal in beiden Richtungen. Bei einem Probeflug mit einer Versuchsmaschine ('Nur-Flügel'-Flugzeug, ohne Rumpf) stürzte er in England ab. (Österr. Biographisches Lexikon, 1969)

Robert Kronfeld Österreichs berühmtster Segelflieger, war seinerzeit auch einer der besten und kühnsten Wildwasserfahrer unseres Landes. Seine Erstbefahrungen der Schwarza und Rhone, sowie seine Fahrten auf dem Mittelmeer bis nach Monte Carlo und die Befahrung des Ebro sind noch in lebhafter Erinnerung. (Österreichs Paddelsport, 1951)


Ottomar Krupski

7.2. 1893 Stallupönen (Ostpreußen) - 1937



Bücher:
Langstreckenlauf, Berlin 1927
Vom Triglav zur Adria, Thür 1936

Filme:
1932 Lappland, Fluß See, Meer
1935 Durch die Schluchten des Sandschak
1936 Auf kleinen Fließen
1936 Auf dem schwaren Drin durch vergessenes Land.
? Mein Brandenburger Land
? Mit Frau und Kind durch Mecklenburg
? Spreewald u.a.


Auf einer Jugoslawienreise hatte sich Ottomar Krupski schon vor einigen Jahren eine bösartige Krankheit geholt, die ihn lange Zeit quälte und die ihn monatelang unbeweglich machte. Aber er überstand sie mit eisener Energie. Nun, wieder auf einer Auslandsfahrt, holte er sich ein Darmleiden, an dessen Folgen er, nur 44 Jahre alt, verstorben ist.
Mit seiner Frau und seinen Jungen trauern der deutsche Sport und alle deutschen Kanufahrer. Wir setzen die Flaggen auf Halbmast, zum Zeichen treuen Gedenkens. 'Ich hatte einen Kameraden ..'" (Kanu-Sport 1937, H.26, S.479)

Auszug aus dem Nachruf von Erich Arndt
Es war einige Jahre vor dem (1.) Weltkriege, als bei einem Meilenlauf des Vereins für Rasenspiele Berlin ein junger Anfänger am Steuerhaus des Tempelhofer Feldes an den Start ging. Der Anfänger gewann dieses Rennen überlegen. Die Berliner Leichtathletikgemeinde war erstaunt und begeistert. Dieser junge Läufer war Ottomar Krupski.
Als der Krieg kam, ging er freiwillig als Armierungssoldat, um seiner bedrängten Heimat zu helfen. Später war er bei der jungen deutschen Luftwaffe.
Nach dem Kriege zog er noch einmal die Rennschuhe an. 1919 und 1920 wurde er Brandenburgischer Meister über 500 Meter. Insgesamt errang er 350 Siege. Seine großen Erfahrungen als Langstreckenläufer legte er in einem Buch nieder, das zu den Besten zählt.

Dann kam seine große Zeit als Faltbootfahrer und Lichtbildkünstler. Als Studienrat unternahm er mit seinen Schülern Fahrten auf allen deutschen Wasserstraßen. Durch Zufall kam er zum Film. Was er als Photograph und Kurbelmann für unseren Sport geleistet, ist unerreicht. Tausende von wunderschönen Fotos barg sein Archiv. Seine Filme waren Dichtung und Erlebnis, Bericht und Fahrtanweisung.


© Ilse Entner