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Leistungssport



Foto: 1948, erster Schwäbischer Kanuslalom in Augsburg
(Quelle: Kanu-Sport 1948, Aufnahme: Wenninger, BKV)

Die Geschichte des Kanuslalom 1933 bis heute

Ein Bericht von Wolfram Steinwendtner

1903 der Münchner A. Heurich begann Faltboote zu bauen (Vorläufer gab es bereits ), die bei Klepper ab 1907 serienmäßig erzeugt wurden.
Es waren die Faltboote, die die nötige Beweglichkeit ermöglichten, die die Voraussetzung waren die entlegenen, wilden Alpenflüsse zu befahren. Starre Kajaks gab es schon länger, doch die Entwicklung zu einem Massensport bedurfte des Faltbootes.

1933, der Kajaksport boomt!
Damals befand sich der Kajaksport bereits in einem Boom, der mit dem heutigen durchaus vergleichbar ist, wobei allerdings ein großer Unterschied in der Ausübung liegt. Heute ist Individualität, ermöglicht durch die Bewegungsfreiheit mit dem Auto, vorherrschend, damals waren fast alle Fahrten organisiert. Vereine entstanden in ganz Europa und Regatta-Wettbewerbe gab es allerorten. Von über 100 Teilnehmern berichteten die Zeitungen, wenn es z. B. um eine gemeinsame Ennsbefahrung ging, aber auch Erstbefahrungen, die einen wilden Fluß nach dem anderen in die Öffentlichkeit brachten, erhielten viel Publizität. Ebenso die erstmaligen Eskimorollen des Wieners Edi Pawlata, dessen Buch "Kipp Kipp Hurra" die von den Eskimos abgeschaute Technik wiedergab.
Besonders die Kajakrennen auf flachem Wasser, die 1936 sogar olympisch und die von Österreichern dominiert wurden, waren populär. 3 Gold, 3 Silber und drei Bronzemedaillen für Österreich wie in Berlin wird es wohl nie wieder geben. Hradetzky, Dorfner, Kainz, Landertinger, Kalisch, Steinhuber, dazu noch die Canadierfahrer Proisl und Weinstabl siegten auch noch in vielen anderen Veranstaltungen, darunter auch Europameisterschaften, die schon seit 1933 (Prag) ausgetragen wurden.
Bei all dieser Popularität des Kanufahrens war es kein Wunder, dass die alpinen Nationen Schweiz und Österreich sich vom Skifahren Anregungen holten, die in der Entwicklung des Kajakslaloms gipfelten.
Es war in der Tat eine ENTWICKLUNG, die bis heute nicht zum Stillstand gekommen ist.
Der erste Kajakslalom der Welt in der Schweiz
Die Entwicklung begann 1932 mit einer Schweizer Veranstaltung auf dem Halwylersee mit einer durch Bojen gekennzeichneten Strecke in Form eines unregelmäßigen Sterns, wie der Rennleiter Max Vogt schreibt. Nachdem er selbst diese Veranstaltung als Vorläufer eines Slaloms bezeichnet und dann vom ersten Slalom am 8. Oktober 1933 berichtet, ergibt sich der Zeitrahmen, in dem wir die Entwicklung des Slaloms auf dem wilden Wasser annehmen können. Die Schweizer begannen auf der Aare beim Rupperswilerwehr. Was übrigens für die Frühzeit des Slaloms typisch blieb: fast alle Veranstaltungen wurden an Wehren durchgeführt. Das bedeutete meist eine Zweiteilung in einen Abschnitt mit eher ruhigem Wasser ober- und wildem Wasser unterhalb des Wehres.

Die gleiche Idee,
Durchführung ein halbes Jahr später in Österreich

In der Zeitung "Österreichischer Kajaksport" vom 18. Mai 1935 ist alles genau geschildert. Der Schriftführer war Dipl-.Ing.Richard Meisinger, eine Schlüsselfigur im Kanuslalom, national wie auch international. Willi Rabe, schreibt er, hatte die Idee, die er auf einem Straßenbahnfahrschein zwischen Alserstraße und Burggasse in Form einer Skizze festhielt. Mit seinen Klubkollegen von Ister Wien, Richard Meisinger, Fritz Brunner und anderen,veranstaltete er dann erstmalig am 29. April 1934 auf der Traisen in St. Georgen einen Slalom mit Kajaks, Faltbooten und Faltbootzweier. Gleichzeitig schreibt Max Vogt von seinem ersten Slalom und die Schriftleitung stellt eindeutig und sportlich die Urheberstellung klar. Man hätte in Österreich eben erst aus der Zeitung des Französischen Kanuverbandes "La Riviere" von den Schweizern erfahren. Und diese wären eben die ersten gewesen.

Für Verwirrung sorgte im Jahre 1984 derselbe Richard Meisinger, der unter dem Titel "50 Jahre Kanu -Slalom in Österreich" vom "Ersten Kanu-Slalom der Welt" schrieb. Man möge Richard Meisinger verzeihen, wenn er ein halbes Jahrhundert später nochmals einen Anspruch, den er schon 1935 nicht mehr stellte, wiederholt, denn seine Verdienste um den Kajakslalom sind unbestritten. Vor allem durch seine Propagierung, die er persönlich bei den Vereinen, aber auch mit Aufsätzen in Zeitungen und Verbreitung von Fotos betrieb, hat er überall Interesse geweckt und die Entwicklung vorangetrieben. Er war Mitglied des ersten Slalomausschusses beim IRK, dem Vorläufer des Internationalen Kanuverbandes, der 1936 beim IRK Kongress in Berlin als eigene Wettkampfdisziplin anerkannt wurde.
Für die Festlegung der Regeln wurde ein neuer Ausschuss gebildet, in dem der Österreicher Brunner vertreten war und von dem die Regeln der österreichischen Kajakslalompremiere in der Hauptsache übernommen wurden. Das Verwenden von grünweißen und rotweißen Stangen gilt noch bis heute. Die Schweizer verwendeten ursprünglich Bojen.

Der erste österreichische Kajakslalom 1934,
der zweite weltweit

Die Bewerbe wurden im Faltboot und im Kajak ausgetragen, Rückwärtstore, die später eingeführt wurden, sind nicht erwähnt. Die Punktezuschläge bei Berührungen waren in 5 Kategorien eingeteilt, beispielsweise war die Berührung mit dem Paddel weniger gravierend als mit dem Körper und -man beachte- nur zwischen 2 bis 8 Sekunden wert. (Bei Toren, zu denen die Seilfähre benötigt wurde, gab es allerdings Strafen zwischen zehn und vierzig Sekunden).
Heben wir hervor, dass Meisinger bei dem ersten österreichischen und weltweit somit zweitem Slalom die Tagesbestzeit sowohl im Einer wie auch im Zweier fuhr, also der erste österreichische Slalomsieger überhaupt war.
Im gleichen Jahr 1934 gab es den zweiten Slalom in Wels. 1935 in Steyr und in weiteren drei Orten Östereichs, dann im nächsten Jahr schon sechs. 1935 startete man auch in Deutschland, erstmals in Zwickau.
Meisinger schreibt, dass er in den folgenden Jahren bis 1938 gebeten wurde in Agram und Bratislava die ersten Slaloms zu stecken und dass Italien und Polen ebenfalls Slaloms ausschrieben. Gefahren wurde mit Kajaks, mit Faltbooten und Canadiern und sogar für Zweier Faltboote war ein Bewerb vorgesehen.

Unterbrechung durch den 2. Weltkrieg - Neubeginn - Österreich dominiert
Auch während der Anfangsjahre des Krieges wurden noch Wettkämpfe ausgetragen, doch erst 1946 konnte in Genf wieder ein internationaler Slalom veranstaltet werden.
1947 fand am selben Ort die erste Europameisterschaft statt. Das Ergebnis: Karl Molnar (SWW Wien) siegte vor Hans Frühwirth (Naturfreunde Hainburg)
1946 waren im Auftrage des ICF neue Regeln ausgearbeitet worden, 1948 wurde eine ICF- Slalom Kommission ernannt und es wurde beschlossen, alle zwei Jahre Weltmeisterschaften zu organisieren.

Erste Weltmeisterschaft in Genf 1949,
die ersten Slalomweltmeister sind Österreicher

Die erste Weltmeisterschaft fand 1949 in Genf statt und die ersten Weltmeister bei den Frauen und Männern im Faltboot waren: Hedi Pillwein (SWW Wien) vor der späteren Seriensiegerin Fritzi Schwingl (die ein Jahr zuvor in London über 500 m die Bronzemedaille gewonnen hatte) und der Steyrerin Gerti Pertlwieser aus Steyr.
Othmar Eiterer, ebenfalls aus Steyr, siegte vor dem Hainburger Hans Frühwirth und dem Schweizer Werner Zimmermann.
Pertlwieser, Schwingl und Pillwein gewannen auch die Mannschaft der Damen während der erste Herren-Mannschaftsweltmeister von der Schweiz vor den Österreichern gestellt wurde.
Es waren also die Begründernationen, die am Anfang dominierten, doch sollte erwähnt werden, daß die Deutschen erst ab 1951 wieder im internationalen Kanusport antreten durften.
Die beiden Kanadierklassen wurden von Franzosen gewonnen.


1941, ein Meister in seinem Element: Leo Frühwirt
von der Austria-Paddlergilde Wien bahnt sich
geschickt seinen Weg durch die Hindernisse



1941, ein 'Eskimoboot' meistert dank dem
tüchtigen Hammermüller die doppelten Hindernisse



1941, mit ganzer Kraft legt er sich ins Zeug:
Zagler aus der Steiermark



1949, Othmar Eiterer, Steyr
1. Weltmeister in Genf



1951, Gerti Pertlwieser von 'Forelle Steyr' wird
Slalom Weltmeisterin in Steyr

Zweite Weltmeisterschaft in Steyr 1951 - Traumresultate
Der Kanuverein Forelle Steyr war es auch, die 1951 die zweiten Weltmeisterschaften ausrichten durfte, Weltmeisterschaften, die mit einem Ergebnis endeten wie es nur mehr unsere Skifahrer zustande bringen: 3 Österreicherinnen unter den ersten vier, 7 (sieben !) Österreicher unter den ersten 8.
Am Start waren 58 Herren aus 11 Nationen, wenn man Deutschland Ost und West getrennt zählt, 20 Damen, 10 C 1 Fahrer und 14 C 2 Fahrerinnen und Fahrer, denn damals konnte auch gemischt werden (Monsieur und Madame Gavinet René aus Frankreich zum Beispiel).
Weltmeisterin wurde Gerti Pertlwieser von der Forelle Steyr vor Fritzi Schwingl und der Deutschen Reifinger.
Bei den Herren siegte Hans Frühwirth (Naturfreunde Hainburg) vor Rudi Pillwein(SSW Wien) und dem Innsbrucker Rudolf Sausgruber. Auch in den Mannschaftsbewerben wurden die Österreicherinnen und Österreicher Weltmeister. Ein Triumph vor angeblich 10000 Zuschauern, die nicht nur die errichteten Tribünen, sondern auch die Hänge der Christkindlleiten entlang der Steyr bevölkerten und das größte Nachkriegsereignis feierten.



1951, 2. Slalom-Weltmeisterschaft in Steyr, Kugelfangwehr, Schlussteil des Slaloms

Komplizierte Regeln
Die Regeln der damaligen Zeit sahen Vorwärts- und Rückwärtstore, Schlingen und Barrieren vor, das "fehlerhafte" Passieren eines Hindernisses wurde mit 50 Strafsekunden, das Nichtpassieren mit 150 Strafsekunden bewertet. Diese wurden der Fahrzeit zugerechnet, es gab zwei Durchgänge, der beste wurde als Ergebnis gewertet.
Ganz klar, dass mit diesen Regeln der Grundstein für unzählige Proteste in den folgenden Jahrzehnten gelegt war. Nicht nur das, auch die Zuseher mussten oft stundenlang auf das Ergebnis warten.
Ein Beispiel für die Schwierigkeit der Torrichter war die "gedachte" Linie bei den gehängten Torstangen, deren Unterschreiten als Fehler gewertet wurde. Dazu kam, dass die Zettel der Torrichter mühsam eingesammelt werden mussten und so ist die Kritik im "Deutschen Kanusport" vom 15. 8. 1951 über die Steyrer WM, dass erst nach drei Stunden die Endwertung feststand, zwar zu verstehen, viel besser ging es aber dann später nicht.

Neue Materialien
Gefahren wurde in drei Bootsklassen: Faltboot, Kanadier Einer und Kanadier Zweier. Letztere waren aus Holz, doch erschienen schon 1955 die Franzosen mit Kunststoffbooten in dieser Klasse. Das Faltboot hielt sich noch bis 1963, der WM, bei der der letzte Bewerb im Faltboot durchgeführt wurde.
Parallel am gleichen Ort wurden bis in die 80 Jahre die Abfahrtsbewerbe ausgetragen und es war normal, dass die Athleten beide Bewerbe fuhren. Kurt Preßlmayr, Forelle Steyr, war der sechste österreichische WM-Titelträger im Slalom und das 1965 in einem Eigenbau aus Kunststoff. Er gewann im gleichen Jahr auch die Regatta und dürfte wohl der einzige bleiben, der Slalom- und Abfahrtsweltmeister gleichzeitig wurde. 1953 war vor ihm noch Fritzi Schwingl aus Wien und nach ihm noch Norbert Sattler und Peter Fauster, beide vom KV Klagenfurt Einzelweltmeister. Zweimal - 1953 ( Grafetsberger, Steyr, Herbist, Wien, Sausgruber, Innsbruck) und 1971 ( Preßlmayr, Steyr, Sattler, Klagenfurt, Schlecht, Steyr) siegte Österreich in der Mannschaft.



1962 und 1964, Kurt Presslmayr von der 'Forelle Steyr' ist 4facher Weltmeister im Slalom und in der Regatta

Verbesserte Regeln?
Zu der Zeit waren die Regeln bereits mehr auf Dynamik im Renngeschehen aufgebaut, Rückwärtstore oder Barrieren gab es nicht mehr, aber die Fehlerbewertung mit Zehner, Zwanziger, 50er und 100er trug noch immer nicht der tatsächlichen Qualität des Fahrers Rechnung. Gewertet wurde nach wie vor nur der beste Durchgang.
Auch die heutigen Regeln, die nur mehr 2er und 50er Bestrafungen vorsehen, die das Unterschneiden von Torstangen erlauben und nach denen beide Durchgänge zusammen gewertet werden beeinträchtigen noch immer die objektive Fairness des Bewerbes.
Schon längst hätte meines Erachtens die Gestaltung der Tore selbst so geändert werden sollen wie es anlässlich unseres (Aumayr -Steinwendtner) ersten Reformversuches 1978 * in Lofer in Form des Grand Prix gezeigt wurde: die Stäbe, damals Kunststoffstäbe von den Skifahrern, hängen starr mittels eines Kastens befestigt, bis ins Wasser. Die Berührung von innen hat keine Strafpunkte zur Folge. Ein Verfehlen führt zu Disqualifikation. Nur so kann der Einfluss von Wind und Wasserpulsierung ausgeschaltet und damit die reine Leistung des Fahrers fair bewertet werden. Die fantastischen Leistungen der heutigen Sportler verdienten mehr Begeisterung und Beachtung und dafür ist schnelles Verstehen und Fairness der Regeln eine Voraussetzung. Zwei Strafpunkte beim Hauch einer Berührung, die oft nicht aus dem Verschulden des Fahrers kommt, verdreht die wahren Kraftverhältnisse in einem Sport, der wie so viele die Zeitunterschiede nur mehr im Zehntel- und Hundertstelbereich hat. Immerhin wurden die Berührungspunkte seither stark verringert und auch die Forderung nach dem Zusammenzählen der Laufzeiten wurde erfüllt.
Aus den einfachen Anfängen im vorigen Jahrhundert mit den langsamen Faltbooten und den schwerfälligen Kanadiern wurde ein unglaublich rasanter, fast artistischer Bewerb, der auch seit 1972 (mit 20jähriger Unterbrechung) olympisch ist. 2008 wurde erstmals seit 1933 (!) die Länge der Boote verkürzt, was wohl zu veränderten Streckenführungen und nochmaliger Temposteigerung führen wird.
Die Fernsehübertragungen mit eingeblendeten Zeiten und Fehlern zeigten wunderbare Bewerbe auf total künstlichen Anlagen, die man sogar (Athen) auf ein ehemaliges Flugfeld gestellt hat und angeblich gehörten die Übertragungen bei Olympischen Spielen zu den von den meisten Ländern gewünschten. Eine Voraussetzung für internationale Bewerbe ist heutzutage diese permanente künstliche Slalomstrecke, die wir leider in Österreich noch nicht haben. Allerdings könnten auch bei uns wie in Frankreich beim Verbauen der Flüsse durch Kraftwerke sehr leicht und kostengünstig ähnliche Strecken entstehen, wenn dafür der politische Wille da wäre.
Ebenso nötig ist in unseren Tagen ein Ganzjahrestraining für die Weltklasse und selbstverständlich müssen die Sportler Profis sein, denn das Training und die Rennen sind ganzjährig in aller Welt. Und daher spielt Geld immer mehr Rolle in der Vorbereitung und in der Betreuung.
Heute sind bei einer WM bis zu 80 Nationen am Start - 1951 waren es elf -und die Anzahl der Teilnehmer machen, Qualifikationen, Semifinale und Finale nötig. Bei Weltcuprennen sind oft bis zu 150 Teilnehmer in einer Klasse am Start und man kann sagen, dass in fast 8 Jahrzehnten der Slalom in der Sportwelt eine dominierende Rolle spielt wenngleich auf dem Wilden Wasser immer neue Bewerbe ins Leben gerufen werden.
PS: Neue Regel: es wird wieder der beste von Durchgängen gewertet.

* "Plädoyer für eine Weiterentwicklung des WW Slalom" in Österreichs Kanu-Sport 9/10 1978

(Quellenangabe: Österreichischer Kajaksport Nr. 2/ V. Jahrgang vom 18.5.1935 M.Vogt,W.Raabe, Der Wasssersportfreund Nr. 6/7 1935, Kanusport Nr.21 1983 R.Renner, Österreichs Kanusport. April, Mai, Juni 1984, R. Meisinger)

Salzburg, Juni 2011
Dkfm. Wolfram Steinwendtner ist OKV-Vizepräsident


Mittelländer Kanu-Club Aarau/Schweiz

Der Mittelländer Kanu-Club (damals Faltbootklub Mittelland) richtete 1933 den weltweit ersten Kanuslalom aus. 1948 folgte die Organisation des ersten Wildwasser-Abfahrtsrennen und 1977 die Durchführung des ersten Akrobatik Wettbewerbs. www.mika-aarau.ch


1934, der Kanusport ist olympisch geworden

Der olympische Kongreß in Athen hat einen für die weitere Entwicklung des Kanusports in Europa außerordentlich wichtigen Beschluß gefaßt. Er hat den Antrag der Internationalen Repräsentation für Kanusport stattgegeben und damit den Kanusport zum olympischen Sportzweig erhoben. Auf der Olympiade 1936 in Berlin werden nunmehr auch Kanurennen ausgefahren und endlich winkt auch den Kanufahrern die höchste sportliche Auszeichnung.
Dieser Erfolg ist nicht zuletzt ein deutscher Erfolg, denn der Deutsche Kanu-Verband steht weitaus an führender Stelle im internationalen Kanusport. Er ist ferner ein Erfolg von Dr.Max Eckert, dem Führer des Deutschen Kanu-Verbandes und der Internationalen Repräsentation für Kanusport, der sich sofort nach Übernahme der Leitung des D.K.V. und der I.R.K. im Jahre 1931 mit der ihm eigenen Zähigkeit und Tatkraft an die Erreichung des hohen Zieles machte, den Kanusport in das olympische Programm einzureihen. - Der olympische Kongreß 1932 in Wien lehnte den Antrag der I.R.K. ab. Der gewaltige Erfolg der Europameisterschaften 1933 in Prag, die Vergrößerung der I.R.K. auf 17 Nationen gaben dem für Athen neu eingereichten Antrag die beste Grundlage für die Annahme. Der Beschluß des olympischen Kongresses in Athen sichert dem Kanusport einen neuen großen Aufstieg, sowohl in Europa als in Amerika, wahrscheinlich auch in den übrigen Erdteilen, in denen er über die ersten Anfänge noch nicht hinauskommen konnte.
(Quelle: Österreichischer Kajaksport 1934)


© Ilse Entner