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Z Josef Schächner | Emanuel Schucan | Carl Borro Schwerla | Herbert Slanar | Oskar Speck |
Josef 'Sepp' Schächner
Geboren am 30.12.1925 in Burgkirchen a.d. Alz![]() 1941 war Sepp erstmals mit dem Faltboot, auf der Isar bei München, unterwegs. Nach Krieg und Gefangenschaft hat er sich 1947 ein Faltboot gekauft mit dem er Flüsse in Bayern und Österreich befuhr. Die großen Paddelurlaube begannen 1951 mit Frankreich. Es folgten 1954 Yugoslawien, 1955 Schweden, 1956 Türkei, 1957 Norwegen-Schweden-Finnland, 1959 Spanien, 1960 Griechenland, 1961 Schottland um nur einige Reiseziele aufzuzählen. Er fuhr mit Paddelpionieren wie Franz von Alber und auf sein Konto gehen einige Erstbefahrungen wie jene des Aoos in Griechenland. Sepp ist noch immer ein aktiver Paddler und man kann ihm auf Flüssen wie Alz, Salzach und Tiroler Ache begegnen. ![]() Josef Schächner an der Alz, 2008 | ![]() Ein großes Anliegen war ihm schon immer der Umweltschutz und so organisierte und beteiligte sich Sepp an Protesaktionen gegen Flussverbauungen. ![]() Josef Schächner beim Protest-Fest an der Koppentraun, 2006. Sepp Schächner ist es wichtig, dass verstorbene Paddlerinnen und Paddler nicht in Vergessenheit geraten. Er hat einige Gedenktafeln, z.B. für Herbert Rittlinger in der Tiroler Ache, Marterl, z.B. am Aoos, und Gedenksteine, z.B. an der Alz, angefertigt, angebracht und aufgestellt. ![]() Josef Schächner ist seit 60 Jahren Mitglied beim BKV/DKV und BLSV. Er hat über 400 Gewässer in 16 Länder befahren, 52 goldene Wanderfahrerabzeichen, den Globus und ICF-Gold für seine paddlerische Leistung erhalten. Wir wünschen Josef Schächner noch viele schöne Paddelfahrten auf seinen geliebten Flüssen. Text & Fotos: Ilse Entner |
Emanuel Schucan1910 Münster - 1999 Bad Tölz"Emanuel Schucan verlor sein Herz an die ostgrönländische Kajakform." Zitat: Lorenz Mayr, 1996
| Emanuel Schucan war ein hervorragender Falt-Kajakbauer, talentvoller Tüftler und Erfinder zahlreicher Faltbootpatente. Vor und nach dem Zweiten Weltkrieg war er in der Pionier Faltbootwerft in Bad Tölz beschäftigt. Einige Produkte der Pionierwerft gingen auf seinen Erfindergeist zurück. Mit seinem selbstgebauten Kajaks befuhr er zahlreiche Wildflüsse in den Alpen. Kajakfreunden lehrte er unermüdlich die Eskimorolle. ![]() 1999 wurde Emanuel Schucan als wahrer Pionier des faltbaren Eskimokajaks posthum geehrt. Mehr über Emanuel Schucan kann man im 2011 erschienen Buch 'E.S. Ein vergessener Kajakpionier' nachlesen. Herausgeber ist Steffen Kiesner-Barth, ISBN: 978-3-8423-8405-7 |
Carl Borro Schwerla02.04.1903 München - 13.01.1986![]() 'In Europa baut man ein Faltboot in ungefähr zwanzig Minuten zusammen. Am North Thompson River brauchte ich drei Stunden dazu.' | Faltbootpionier, Filmer, Journalist, Buchautor, Verfasser von Komödien und Lustspielen, Erstbefahrer von Thompson und Fraser River. Der Münchener C.B. Schwerla war 1929 als Reporter bei bayerischen Auswanderern in Kanada. Ergebnisse dieses Aufenthaltes sind Erstbefahrungen in den Rocky Mountains mit dem Faltboot. Er befuhr Thompson, Fraser, Athabaska und Colorado River. Sein Auftauchen erregte auch die Aufmerksamkeit der Presse - Der Fremdling mit dem seltsamen 'little' Boot. Nachzulesen in 'Kanada im Faltboot', 1930 'Fast sein ganzes Leben hat dieser (C.B.Schwerla) erfahrene Kanute im Faltboot verbracht, warf mit 15 Jahren zum erstenmal auf der Isar um, hat 1929 und 1930 als Erster kanadische Wildwasser und den Colorado-River durch den Grand Canon befahren. (Kanu-Sport 1950)' Sein literarisch und journalistisches Werk umfasst an die zwanzig Bücher, über hundert Hör- und Fernsehspiele und acht Bühnenstücke. 1977 erhält Schwerla das Deutsche Bundesverdienstkreuz 1981 den Tukan-Literaturpreis und 1983 den Ernst Hofrichter-Preis |
Herbert Slanar1913 - 1999Kajakpionier, Kajakentwickler und Kajakfilmer ![]() Herbert Slanar auf der Donau, Foto: Fritz Wieninger Nachdem 1927 Hans Edi Pawlata das „Geheimnis der Eskimokajakrolle“ lüftete und eine Welle der Begeisterung auslöste, war der damals noch jugendliche Herbert Slanar von dieser Möglichkeit so sehr enthusiastisch beeinflusst, so dass er noch im selben Jahr die Eskimorolle erfolgreich lernte. Als sein Wildwassermentor Adolf Anderle 1931 die Erstbefahrung der berüchtigten Salzachöfen mit einem Eskimokajak gelang, baute sich Herbert Slanar ebenfalls einen wildwassertauglichen Falteskimokajak und eroberte in den folgenden Jahren zahlreiche Wildflüsse in den Alpen als Erster. Um einen verbesserten Kajakauf- und Kajakabbau durch die enge Kajakluke zu erreichen führte Herbert Slanar den sogenannten Presskiel und einen wasserdichten Süllrand in die Gerüsttechnik ein. Beide Konstruktionsmerkmale übernahm später die GESA-Faltbootwerft in Wien. Slanar wurde in den folgenden Jahren in Österreich zu einem erfolgreichen Wildwasserpaddler. Nach dem Krieg baute sich Slanar für den Eigengebrauch einige neue Wildwassereskimokajaks. Von diesen Kajaks war der ebenfalls bekannte Wildwasserpaddler Franz von Alber sehr fasziniert und Slanar baute auf Albers Wunsch in folgenden Jahren für ihn einige Kajaks. Inzwischen hatte Slanar seine Kajaks auch weiterentwickelt und erfand die teilbare Stevenspitze mit deren Hilfe er seine Kajaks mühelos abbauen konnte. ![]() Anfang der 1950er Jahre trat wieder Franz von Alber an Slanar mit dem Wunsch eines gepäcktauglichen Wildwasserkajaks heran. Slanar konstruierte und baute einen 5,15 langen und 60cm breiten Eskimokajak von dem Alber dann sehr begeistert war. So entstand der später berühmte „Möll-Kajak“, welchen sogar die GESA-Faltbootwerft in ihr Programm aufnahm. | In den 1950er Jahren unternahm Herbert Slanar auch einige Vortragsreisen in denen er seine selbstgedrehten 16mm-Wildwasserfilme, aber auch Filme von beschaulichen Faltbootwanderfahrten vor einem großen Publikum zeigte. Sogar in Berlin und Paris gab es Filmvorführungen seiner gewagten Wildwasserfahrten. Zusammen mit Bruno Lötsch drehte er den Kurzspielfilm „Wasserteufel“ über eine Befahrung der Salzachöfen. Die Erstbefahrung des Zemmbaches zusammen mit Franz von Alber hielt Slanar ebenfalls auf 16mm fest. Auch über Wildwasserwettkämpfe, wie über die Landesmeisterschaften in Mayrhofen oder über die Wildwasser-WM in Meran drehte Slanar dokumentarische Kajakfilme. Er arbeitete als einer der Ersten mit Gegenlichtaufnahmen und gewann auch Filmpreise. ![]() Mit Beginn der 1960er Jahre lies die große Begeisterung für den Eskimokajak nach. Die meisten Wildflüsse in den Alpen waren bezwungen, die Verbesserungen im Kajakbau waren ausgereizt und an vielen Orten in Österreich liefen bereits Herbert Slanars Kajakfilme. Das allgemeine Interesse lies nach und er widmete sich anderen Hobbys. Der Name Slanar geriet in der Wildwasserszene allmählich in Vergessenheit, bevor in den 1990er Jahren Lorenz Mayr aus München den Kontakt mit Herbert Slanar neu aufnahm. Für einige wenige Jahre entstand ein reger Austausch zwischen Beiden, indem Slanars kühnen Erstbefahrungen gewürdigt wurden, seine Kajakentwicklungen in einem Selbstbaubuch (Lorenz Mayr: „Eskimokajaks auf Gebirgsflüssen“) festgehalten und natürlich seine alten 16mm Wildwasserfilme bestaunt wurden. Im Alter von 81 Jahren zog Herbert Slanar noch einmal seinen vor Jahrzehnten selbstgebauten Eskimokajak an und unternahm in Begleitung von Lorenz Mayr eine Ausfahrt auf der Donau. Im Herbst 1999 verstarb mit Herbert Slanar ein Kajakpionier aus der Glanzzeit des Faltbootsports. Buchtipp: Mehr zum Falt-Eskimokajak, zu Herbert Slanar und der späteren Kajakfreundschaft von Slanar zu Lorenz Mayr: Steffen Kiesner-Barth: „Ein Leben für den Eskimokajak-Lebensbild Lorenz Mayr“. Infos zum Buch unter www.faltkajak.npage.de Text: Steffen Kiesner-Barth Fotos: St.Kiesner-Barth & F.Wieninger Zeichnung: Möll-Kajak aus dem GESA-Katalog |
Oskar Speck1907-1995
| Mit dem Faltboot von Ulm nach Australien 1932, nach der Weltwirschaftskrise, paddelte Oskar Speck von Ulm die Donau abwärts und fuhr über Wardar, Ägäis, Syrien, Euphrat, Persichen Golf, Vorder- und Hinterindien, Sumatra, Java, Bali, Neuguinea bis Australien. Die Strecke bewältigte er in einem Pionier-Zweier. In Saibai Island (Australien) wurde er im September 1939 als Kriegsgefangener im Zweiten Weltkrieg bis 1945 interniert. Heute findet man seine Ausrüstung im Austalian National Maritime Museum in Sydney. (Quellen: Wikipedia, H.Rittlinger, 1950) |
| © Ilse Entner | |