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Edi Hans Pawlata | Degenhard Pfeiffer | Johannes Pitschmann | Karl Prelle-Herrsching | Toni Prijon | Otto Protzen

Edi Hans Pawlata

19.02.1900 Wien - 13.12.1966 Wien



Dem Wiener Edi Hans Pawlata gelang als erstem Europäer die Eskimorolle.

"Ganz gegen die Erwartungen alterfahrener Paddler ist es mir am 30. Juli 1927 als erstem europäischen Sportsmanne gelungen, mich im Kajak nach dem Kentern wieder aufzurichten. Dadurch war der Bann um das jahrhundertealte Eskimogeheimnis gebrochen und der Kajaksport hatte aufgehört, nur dem Namen nach zu existieren."

Sein Boot Aijuk, ein Faltboot-Eski mit 4,90m Länge und 47cm Breite, entwickelte Pawlata selbst. Produziert wurde es bei der Faltbootfirma Otto Hartel in Graz.

Foto: Buchumschlagseite, 1928
Zitat: Edi Hans Pawlata, 1928


Degenhard Pfeiffer

25.03.1953 Rosenheim - 18.10.1989




Seine größten sportlichen Leistungen:
  • 4x Weltmeister im Mannschafts-Wettbewerb Wildwasser, 1973, 1979, 1983 und 1985
  • Vizeweltmeister Wildwasser-Einzel 1983
  • Teilnehmer an 7 Weltmeisterschaften mit guten Plazierungen
  • 12x Deutscher Meister im Einzel- und Mannschafts-Wettbewerb Wildwasser
  • 2x Deutscher Meister im Langstrecken-Kajak Wildwasser
  • Gewinner vieler internationaler Wettkämpfe
Er war Träger des Silbernen Lorbeers der Bundesregierung, Vorsitzender des erfolgreichen Kajak-Klubs Rosenheim, Leitender Mitarbeiter der Firma Prijon GmbH Rosenheim.

Foto und Text: Traueranzeige


Johannes Pitschmann

1878 (?) - 23.12.1927 Wien

Johann Pitschmann war ein vielseitiger Sportler. Er bestieg, meist im Alleingang, viele Gipfel und Klettersteige in den Ostalpen. Gegen Ende des Jahrhunderts unternahm er Drachen- und Freiballonfahrten mit z.T. schwieriger Sturmlandung. 1903 war er ein begeisteter Motorradfahrer und Automobilist geworden.
Durch Nansens Werk: 'Eskimoleben' angeregt, wandte er sich der Paddelei zu und befuhr im selbstgebauten Faltbootungetüm, wahrscheinlich als erster, den Inn und die Donau vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer. Urlaubstouren führten ihn an die Adria von Triest nach Venedig und über Pola nach Fiume, Lissa bis an den Skutarisee und in die Bocce, alles dies mutterseelenallein im Faltboote. Wiederholt befuhr Pitschmann, alle seine freie Zeit benutzend, die Wildwasserstrecken in Österreich und Bayern und die Donau von Passau bis Wien etwa 70mal.
Mit anderen Anhängern gründete er 1921 den Österreichischen-Kajak-Verband, dessen Vorsitzender er durch Jahre verblieb. Er gründete die Österreichische Lebensrettungsgesellschaft, organisierte zahlreiche Ruder- und Paddelregatten und fand des Winters Zeit, Lichtbilder- und Filmvorträge zu halten.
Der Kajakverband ernannte ihn zu seinem ersten Ehrenmitglied, ebenso der Deutsche Kanuverband und einzelne Kanuvereine. (Quelle: Kanu-Sport, 1928)


Karl Prelle-Herrsching

1866 - (?)

Der Münchner Varietékünstler Karl Prelle-Herrsching - besser bekannt unter dem Namen 'Charles Prelle' - brachte aus Amerika das Ohioboot mit. Das Ohio, ähnlich einem Kanadier, wurde nicht gepaddelt, sondern vom Hecksitz aus, drückend, nicht ziehend, mit kurzen Riemen gerudert. Mit diesem Boot fuhr er noch vor Heurich (1905) auf der Isar. Heurich schreibt darüber 'Vor mir hatte schon der Artist Prelle etwa ein Dutzend Fahrten mit seinem amerikanischen Faltboot 'Ohio', einem offenen Ruderboot, von Wolfratshausen bis München gemacht.'

Sein erstes Boot ist im Juli 1904 von der Isar verschlungen worden. Als ein für die damalige Zeit bemerkenswertes Ereignis hat diesen 'Untergang des Ohio' J.B.Sailer in einem Buche über das Isartal geschildert. Prelle ist dadurch nicht wasserscheu geworden. Er ließ neue Boote derselben Art kommen und in München auch nachbauen, sammelte Jünger um sich und war in den Gründungsjahren des heutigen Deutschen Touring-Kajak-Clubs (DTKC München), des ersten Faltbootvereins, ein eifriges Mitglied, vor allem ein umsichtiger Fahrtenleiter.
Prelle war noch mit 70 Jahren als Ventriloquist (Bauchredner), vornehmlich mit einem Hunde arbeitend, in vielen Sprachen redend, auf den Varietébünen der Welt unterwegs.

Foto: 1936, Prelle mit seinen amerikanischen Faltbooten, die 1904 den Gedanken des Faltbootes auf die Isar brachten
Aufnahme: Cil
Quelle: Österreichischer Kajaksport 1936


Toni Prijon

23.6.1929 - 29.12.2016



Weltmeister auf der Vesere in Südfrankreich 1959



1958 fand Toni Prijon in Rosenheim seine zweite Heimat. Geboren im slowenischen Görz kam er über Umwegen zum Kajak Klub Rosenheim. Der gelernte Bootsbauer wurde auf Anhieb auf der Ammer mit großem Vorsprung deutscher Wildwassermeister.
Auch in den folgenden Jahren war Toni Prijon ein Ausnahmesportler: 1961 gewann er die Qualifikationsrennen für die WM in der damaligen DDR, bei der die deutsche Mannschaft aus politischen Gründen kurzfristig ihre Teilnahme absagte.

In Rosenheim gründete er eine Familie; die Kinder sorgen in den nächsten Jahren mit ihren sportlichen Leistungen noch für Schlagzeilen. Auch beruflich ist er außerordentlich erfolgreich: seine Paddel erlangen Weltruf und als Bootsbauer hat er mit dem Taifun weltweit neue Maßstäbe gesetzt. Wegen seiner sportlichen Leistungen und für sein Engagement bei der Förderung des Rosenheimer Kanusports ernannte ihn der KKR zu seinem Ehrenmitglied. (Quelle: Chronik KKR)


Otto Protzen



24.3. 1868 Berlin - 22.7.1925 Berlin




Seit einiger Zeit beschäftigt sich Dieter Jäckel (KanuGesellschaft Stuttgart) mit dem Paddler und Segler Otto Protzen, unter anderem, weil er vor genau 100 Jahren die Dontau hinunter gepaddelt ist. Seinen Bericht können Sie als pdf öffnen: Vom Schwarzwald zum Schwarzen Meer - eine Kayakfahrt donauabwärts

Fotos: Wikipedia und aus dem Buch 'Vom Schwarzwald zum Schwarzen Meer'

© Ilse Entner